Kabelantenne
Wenn die Reichweite Ihres Funkgerätes zunehmend kleiner wird, und ein Schaden am Funkgerät selbst oder der Verkabelung der Antenne ausgeschlossen werden kann, könnte ein Defekt der im Seitenleitwerk eingebaute Sperrtopfantenne vorliegen. Diese kann mit zunehmendem Alter durch Einwirkung von Feuchtigkeit in Kombination mit den Landestoss soweit beschädigt werden, das die im Funkgerät erzeugte hochfrequente Energie nicht mehr abgestrahlt werden kann. Dies wiederum kann zur Zerstörung der Leistungsstufe im Funkgerät führen.
Als einfacher Test der eingebauten Sperrtopfantenne kann nach Abklemmen der Antennenleitung vom Funkgerät (Achtung: vorher Ausschalten!) eine Messung des Ohmschen Widerstandes zwischen Seele und Ummantelung am BNC-Stecker dienen. Dort muss ein unendlich großer Widerstand vorliegen. Falls dies erfüllt ist, und die Reichweite des Funkgerätes trotzdem nicht befriedigend ist, bietet sich der Einbau eines anderen Funkgerätes im Flugzeug mit einem anschließenden Reichweitentest an - nur am Boden, im Fluge muss eine Zulassung erfolgen. Ist dieser positiv, ist das vorherige Funkgerät defekt. Ansonsten liegt ein Problem mit der Antenne vor.
In diesem Falle ist die Reparatur sehr schwierig, da die Sperrtopfantenne typischerweise im Seitenleitwerk verklebt ist und dort praktisch nicht ausgetauscht werden kann. Als Abhilfe bietet sich eine sogenannte Kabelantenne an: Diese besteht im wesentlichen aus einem 50 Ohm BNC-Kabel (das gleiche, was bereits zur Sperrtopfantenne führt), welches am freien Ende durch zurückschieben des Mantels auf einer genau definierten Länge zur Antenne wird. Aufgrund der kleinen Abmessungen und des geringen Gewichtes kann eine solche Antenne praktisch in jedes Segelflugzeug nachträglich eingebaut werden.
Der Einbau erfolgt dabei in der Hinterschneidung des Seitenruders in der Seitenflosse. Der Einbau ist in allen Fällen durch einen Prüfer für Luftfahrtgerät zu überprüfen, da beim Lösen der Antenne eine Klemmgefahr des Seitenruders besteht. Des Weiteren ist eine neue Schwerpunktswägung durchzuführen. Eine Anleitung für den Bau einer solchen Antenne kann hier bezogen werden (Danke an Bernhard), an gleicher Stelle ist auch ein Kauf möglich, falls der Selbstbau ausscheidet.
Anmerkung: Niemals das Funkgerät ohne eine angeschlossene Antenne betreiben! Die beim "Senden" erzeugte Leistung führt zur Zerstörung der Leistungsstufe im Funkgerät.
Mantelwellensperre
Falls Ihr Funkgerät beim Senden ein Pfeifen beim Empfänger erzeugt und ein Defekt des Funkgerätes selbst ausgeschlossen werden kann (z.B. durch Austausch), könnten neben einem Defekt der Antenne sogenannte Mantelwellen verantwortlich sein. Diese entstehen, wenn die Antenne nicht die komplette hochfrequente Leistung abstrahlt (die Funkamateure sprechen dann von einem Stehwellenverhältnis von ungleich eins), und deshalb ein Teil der Leistung auf dem Mantel des Antennenkabels zurück ins Funkgerät läuft.
Eine Abblockung der Mantelwellen und damit ein Verschwinden des Pfeifens kann durch eine Mantelwellensperre erfolgen. In nebenstehender Abbildung sind zwei Bauweisen zusammen gezeigt: Der mit dem Antennenkabel umwickelte Torus wird als Balun bezeichnet und besteht aus Ferrit. Die Verdickung des Kabels links daneben wird durch auf das Kabel aufgeschobene Ferritkerne erzeugt und hat die gleiche Wirkung. Idealerweise wird die Mantelwellensperre direkt an der Antenne montiert, was im Segelflugzeug aufgrund der schlechten Zugänglichkeit allerdings meist ausscheidet.
In diesem Falle erfolgt die Montage soweit wie möglich weg vom Funkgerät, etwa hinter der Sitzwanne. Aufgrund der Abmessung scheidet der Balun dabei meist aus, hier bieten sich die Ferritkerne an. Diese werden auch als "Klappferrite" angeboten, welche in der Symmetrieebene geteilt sind und einfach auf das Kabel aufgepresst werden können. Sehr häufig findet man diese übrigens am Monitorkabel von Röhrenmonitoren beim Computer.
Die Ferrite sind über die üblichen Elektronik-Versender zu beziehen. Bitte beachten Sie dabei, das die Ferrite für den Frequenzbereich von 0-200 MHz geeignet sein müssen. Die Anzahl muss durch Versuch ermittelt werden und kann bis zu zehn Klappferrite betragen.
Falls hierzu noch Fragen sind, bitte E-Mail an WebMaster@GliderDesignParts.de.
PTT-Schalter
Die bei dem Knüppelgriff aus Kohlefaser gezeigten PTT-Schalter haben sich als sehr zuverlässig erwiesen. Sie können bei den typischen Elektronik-Versendern unter der Bezeichnung "Vandalismusgeschützt" bezogen werden.


